Pornosucht: Ursachen, Folgen & Behandlung

Seit es Internet-Flatrates und kostenlose Pornos ohne Ende gibt hat eine Erkrankung bei Männern rapide zugenommen: Erektionsstörungen durch exzessiven Pornokonsum.

Was im ersten Moment eher lustig als verstörend klingt ist aber eine ernstzunehmende Störung der männlichen Sexualität die von Betroffenen nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

Ab wann spricht man von Pornosucht?

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland zwischen 200.000 – 500.000 Porno-Abhängige. Wenig erstaunlich: 90 % davon sind Männer. Pornosüchtig ist man, wenn man nicht mehr ohne kann. Wenn der Reiz nach einem Porno anstatt nach einer echten Frau stärker ist und man(n) es nicht mehr kontrollieren kann ob man jetzt wirklich masturbieren will oder es einfach muss. Dabei betrifft es nicht mal nur Singles: 40 % der Süchtigen sind in einer Beziehung oder Ehe.

Der Weg in eine solche Sucht inkl. dem gestörten psychischen Verhalten ist schleichend. Oft beginnend mit normalen Pornos, sucht man immer weiter nach dem größeren Kick, den besten Nahaufnahmen, den ausgefallensten Sachen. Irgendwann reizt einen nicht mal mehr ein normaler Porno zwischen Mann und Frau, nein, es muss immer ausgefallener oder extremer sein. Dann wird nicht nur einmal am Tag ein Porno geguckt, sondern immer öfter. Und natürlich dazu parallel masturbiert. Einmal, dreimal oder auch sechsmal am Tag. In richtig extremen Fällen kommen dann noch außergewöhnliche Masturbationstechniken wie das Reiben des Penis an harten Gegenständen oder der krampfhaften Nutzung von Sexspielzeug wie einer Gummimuschi hinzu und setzen dem Ganzen die Krone auf.

Merke:
jeder der mindestens einmal am Tag zu einem Porno masturbiert läuft in Gefahr langfristig gesehen Erektionsstörungen zu bekommen, da seine sexuelle Reizschwelle immer höher gesetzt wird die von einer normalen Frau nicht mehr erreicht werden kann.

Das klingt für Dich unglaubwürdig? Nein, es gibt in vielen Foren dazu Beiträge von Betroffenen die genau das schildern. Da konnte selbst die heißeste Frau keine Erektion hervorrufen. Da ist es für den Mann befriedigender einen Porno zu gucken anstatt mit (s)einer Frau Sex zu haben. Einen Zustand, den man sich ganz sicher nicht wünscht.

Folgen von der Pornosucht

Die Folgen einer solchen Sucht können für Betroffene, aber natürlich auch für den / die Partner/in schwerwiegendste Folgen haben. Ist das Sexualleben erstmal gestört und die Partnerin sexuell nicht mehr reizvoll, bekommt man Erektion mehr. Darunter leidet verständlicherweise wiederum die Partnerin (und natürlich man selber) und schon ist man im Teufelskreis gelandet.

Viele Männer leiden nachdem sie den Pornokonsum zurück bzw. idealerweise ganz abgeschaltet haben unter schwersten psychischen Belastungen, ähnlich wie dem Alkoholentzug eines Alkoholkranken. Auch dies lässt sich in diversen Foren in echten Erfahrungsberichten nachlesen. Das ist keine Panikmache, sondern leider bittere Realität.

Wege aus der Pornosucht

Abschalten und aufhören. Ganz einfach oder? Wie bei einem Alkoholkranken: einfach nicht mehr trinken. Nein, so leicht ist es leider in den seltensten Fällen (auch bei einem Alkoholkranken nicht!).

Zuerst muss die Einsicht erfolgen. Man(n) muss erkennen, dass man hier ein (ernsthaftes) Problem hat. Ohne Einsicht, keine Besserung. Anschließend den Pornokonsum zurückfahren, entweder schrittweise von 3x am Tag auf 1x. Von 1x am Tag auf alle 2 Tage. Von alle 2 Tage auf alle 5 Tage oder im Idealfall sofort ganz damit aufhören.

Lösche deine Pornosammlung auf deinem PC, lösche deine Bookmarks, leere deine Chronik (nicht, dass Du ausversehen anstatt auf Youtube auf Youporn landest) und höre auf zu mastubieren.

Klingt für einen Außenstehenden sicher sehr einfach, aber für einen Betroffenen der diesen täglichen Trott seit Jahren oder womöglich seit Jahrzehnten gewohnt ist bedeutet es eine enorme Anstrengung und möglicherweise körperliche und psychische Qual.

Wie lange das durchgehalten werden muss?

Solange, bis wieder eine normale Erektion beim Zusammentreffen mit einer Frau erfolgt. Bei dem Einen dauert es 3 Monate, beim Anderen nur 2 und beim Dritten nur 1 Monat. Das kann man nicht pauschalisieren da jeder Mensch unterschiedlich tickt und reagiert. Es ist wie mit dem Rauchen: manch einer hört von jetzt auf gleich auf ohne Probleme und jemand anders benötigt mehrere Anläufe, Nikotinpflaster usw. das volle Programm eben. Das ist auch absolut nicht schlimm und nichts wofür Du dich schämen musst. Wichtig ist, dass Du deine Erkrankung einsiehst und etwas ändern willst. Bist Du dazu wirklich bereit hast Du bereits einen großen Schritt getan.

Wichtig ist auch nach der Genesung nicht wieder mit dem ekzessiven Pornokonsum anzufangen. Am besten in der Anfangszeit gar nicht und erst wieder viel, viel später und dann in Maßen.

Die gute Nachricht ist, diese Form der Erektionsstörung ist in vielen, vielen Fällen heilbar. Man benötigt nur eine Menge eiserner Disziplin und Durchhaltevermögen.

Bis hierher gelesen? Sehr gut! Hier noch ein paar interessante Links für Betroffene & Interessierte: